Nachtrag zum Ministerbesuch
Montag, 19. März 2007. 10.35 Uhr in Burundi. Es wird langsam wieder warm. Heute Nacht und Morgen war es recht kalt (15 Grad?) mit Regen und starkem Wind. Jetzt kämpft sich aber die Sonne wieder durch und wärmt ein bisschen. Ich trage Jeans, ist immer noch nicht verkehrt. Langsam fange ich an, die Afrikaner zu verstehen, die in Deutschland eine Wollmütze tragen, sobald das Thermometer mal auf 20 Grad fällt. Der Körper gewöhnt sich an die Wärme.
Habe nochmals mit Verena über den Ministerbesuch und die vergangenen Tage gesprochen. Sie ist sehr zufrieden. Auch der Minister machte diesen Eindruck. Sie erzählte mir noch von dem Gespräch mit Burundis Präsident Nkurunziza, nachdem der Gorilla (siehe vorheriger Eintrag) alle Journalisten hinaus „gebeten“ hatte. Der Präsident habe Minister Rupprecht nicht nur die Hand geschüttelt, sondern ihn umarmt – in Burundi eine Geste der Freundschaft und bei einem ersten Treffen eigentlich eher unüblich. Der staatliche Fernsehsender – der einzige in Burundi – durfte die ganze Zeit über filmen. Die Ausstrahlung in den Nachrichten sorgte für große Aufregung. Dass der Präsident so was macht? Auch über die Fondation Stamm wird diese Tage nun geplaudert – in allen Ecken und allen Gesellschaftsschichten. Bewunderer, aber auch viele Neider. Tja, das bringt so etwas auch mit sich – Benoit hatte es voraus gesagt. Sogar wurden Stimmen laut, wieso die Fondation die Schule „bei den Hutus“ gebaut habe. „Da hinten“. Ich denke, wenn einem ansonsten die Argumente fehlen – meistens noch Leute, die selbst nicht einen Finger rühren –, dann begibt man sich aus innerem Frust und Neid auf ein sehr, sehr niedriges Niveau. Abprallen sollte so etwas. Dummes Geschwätz, auf gut Deutsch. Jedenfalls war es ein toller Erfolg für die Fondation Stamm. Zeitungen berichteten, Radiosender und das Fernsehen. Mehrmals. Allerhand Gesprächsstoff nun in Burundi.
In Deutschland scheint der Winter nochmals eingebrochen zu sein. Schnee und Hagel in manchen Ecken, in anderen bloß saukalt und Regen. Im Moment ist es hier recht angenehm, nicht zu heiß, nicht zu kalt.
Nachdem es auf der Seite „Bilder“ einige Probleme mit dem Vergrößern der Fotos gab, habe ich mich nochmals dahinter geklemmt. Es müsste nun alles funktionieren. Zum Abschluss habe ich noch zwei Linktipps für heute. Der erste:
Ein super Engagement für die burundikids. Wir sind alle gespannt auf den Erfolg. Vielleicht hat ja noch der ein oder andere Interesse, dort vorbei zu schauen. Der zweite Link ist wieder Werbung in eigener Sache. Teile meines Tagebuchs wurden – natürlich in Absprache – fremdveröffentlicht, in Print und Online. Die digitale Version ist abzurufen auf:
http://diepresse.com/home/meinung/fangnetz/290727/index.do
Eine schöne Sache. Vor allem, weil hier nur die „interessantesten Weblogs“ vorgestellt werden. Ich nehme das mal als Lob hin.

