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Ein ruhiger Wochenstart

Mittwoch, 28. März 2007. 9 Uhr in Burundi. Die Woche war bislang ruhig. Keine besonderen Vorkommnisse. Verena ist gestern aufs Land gefahren, um eine Delegation von UNICEF zu treffen. Erst in Muyinga, wo sie auch auf Julia treffen wird, dann noch ein Abstecher nach Ngozi in unser dortiges Heim. Ihr wurde ans Herz gelegt, das Treffen wahrzunehmen. Wer weiß, was es bringen kann. Heute wird sie zurück kommen und berichten.

 

Derweil macht auch meine Arbeit Fortschritte. Die ab und an angerissenen Ideen versuche ich gerade abzuklopfen – auf Machbarkeit und Sinnhaltigkeit. Ich lasse selten etwas unversucht und so hoffe ich, dass die ein oder andere Idee doch in die Tat umgesetzt werden kann. Wünschenswert wäre es.

 

Gestern Abend als ich nach Hause kam, musste ich erst einmal einige Kids versorgen. Raoule, der Zehnjährige, der aus einem Rebellenlager zu uns ins Heim kam und sich mittlerweile prächtig entwickelt hat und zum Liebling aller avancierte, wurde in der Schule anscheinend verprügelt. Er hatte gestern Prellungen an den Rippen. Ein Besuch im Krankenhaus bescheinigte, dass Gott sei Dank nichts gebrochen ist. Ich verarztete ihn mit Salbe gegen Prellungen. Dann konnte er wieder lachen.

 

Doriane, mein kleiner neunjähriger Liebling, kam dann auch gleich und wollte Aufmerksamkeit. Eine kleine Schramme über dem rechten Auge zeigt sie mir. An für sich nichts Schlimmes, aber dass auch sie ihre Zuneigung erfährt, mache ich auch darauf einen kleinen Tropfen – von einer anderen Salbe. Auch dieses Wehwehchen tat dann nicht mehr weh. Und als dann noch Vénuste, Dorianes Bruder und ein absoluter Lausbub (er erinnert mich an die Geschichte von Huckleberry Finn), ein kühlendes Gelpäckchen auf seine Lippe bekam, waren alle zufrieden.

 

Als Marie heim kam, hatte sie George im Gepäck. Einer unserer burundischen Kumpels. Ich mag ihn, er ist ein ruhiger, intelligenter Typ, mit dem man auch viel lachen kann. Nach längerem Drängen meiner Seite gibt er sich einen Ruck, willigt ein und isst mit uns. Rührei, Brot, Käse aus dem Kongo und Tomaten. Danach gehen wir noch auf ein Bier und eine Partie Billard in die „Kiriri-Bar“.

 

Zuvor kam abends noch ganz aufgeregt Jimmy (17 Jahre) zu mir. Seine Briefpartnerin aus Deutschland hatte nach einem Foto gefragt. Jetzt will er ihr eines schicken, hat aber keinen blassen Schimmer, wie er das anstellen soll. Ich sagte ihm, das sei kein Problem. Ich werde ein Foto von ihm machen und wenn es ihm dann gefällt, werde ich es per Mail an seine Brieffreundin schicken. Sichtlich viel ihm ein Stein vom Herzen. Vor zwei Tagen hatte ich Pamela (14 Jahre) mit ihrer Brieffreundin kurz telefonieren lassen. Zwar gab es kleine Sprachprobleme, doch ich denke, auf beiden Seiten kam es sehr gut an. Zumindest Pamela strahlte an dem Abend noch übers ganze Gesicht. Und am nächsten tag erreichte mich auch eine freudig und dankende Mail aus Deutschland. Das freut auch mich. Nur oft ist das nicht möglich – es ist schlichtweg zu teuer.

 

Heute Mittag werde ich wieder ins Straßenkinderheim gehen, um Englischunterricht zu geben. Ein Foto davon habe ich unter „Bilder“ gestellt. Vielen Dank an dieser Stelle an Bernd Weisbrod, der mich in dieser Situation erwischte vor die Linse bekam. Normalerweise stehe ich ja lieber selbst hinter der Kamera. Dennoch: Es muss ja auch einen Beweis geben, dass auch ich in Burundi war. *lach*

2 Kommentare zu “Ein ruhiger Wochenstart”

 
  1. Dania schrieb am 28. März 2007 um 13:46

    Hallo, Phillip,

    danke für Deine Mail, die heute kam! Ich wusste ja gar nicht, dass DU in Burundi bist!!!! Habe gerade ein bisschen das Tagebuch druchstöbert, und muss schon sagen: Hut ab! Toll, was Du da anstellst!!! Hab da einen riesen Respekt vor…

    Ich wünsche Dir weiterhin ganz viel Kraft, Spaß, Mut und Freude. Wie lange bleibst Du noch?
    Wenn Du Dir in irgendeiner Art von uns königwerqlern Unterstützung vorstellen kannst, lass es uns doch mal wissen!

    Viele liebe Grüße
    Dania*

  2. anne.z.aus egg schrieb am 7. April 2007 um 14:48

    ich wünsche allen tagebuchlesern, spendern und
    engagierten von burundi-kids, bzw fondation stamm
    ein frohes osterfest
    anne ziser aus eggenstein

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