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Lena in Burundi - und Schlangen

Montag, 23. April 2007. 9.45 Uhr. Lena ist wieder in Burundi. Gut sieht sie aus, erholt. Sie ist froh, wieder hier zu sein. Bereits aus Deutschland hatte sie wissen lassen, dass sie „Heimweh“ nach Burundi habe. Jetzt ist sie da. Die Begrüßung im Heim war stürmisch. Das Taxi hielt vor dem roten Tor, Lena stieg aus und lugte durch einen kleinen Spalt hinein. Ich blieb beim Taxifahrer sitzen. Unsere kleine Doriane machte das Tor auf, als sie Lena sah, ließ sie einen grellen Schrei und klammerte sich sofort an sie. Ich musste lachen – der Taxifahrer ebenfalls. Daraufhin musste ich ihm diese Wiedersehensfreude erklären.

 

Drinnen dann kamen alle angerannt – zuerst nur die Mädchen. Eine nach der anderen fiel Lena um den Hals, die Umarmungen waren herzlich. Vor allem Flora, so hatte ich das Gefühl, hatte eine unbeschreibliche Wiedersehensfreude. Ich glaube, sie hatte sogar ein Tränchen in den Augen. Sie drückte Lena fest an sich, gefolgt von Salma, Espérance, Amida, Johanna…. Die Herren der Schöpfung brauchten ein paar Minuten länger um zu verstehen, was gerade abging. Gemütlich trottelten sie dann aus ihrem Haus Lena entgegen. Auch sie umarmten sie, jedoch mit etwas mehr Distanz – ich nehme an, es war ihnen etwas unangenehm und sie wussten nicht so recht, wie sie sich verhalten sollen. In Burundi ist es sowieso unüblich, dass sie Jungen und Mädchen derart in den Armen liegen. Dennoch: Ich glaube, es war ihnen ein Bedürfnis und sie taten es auch – jedoch mit ihrer typischen Schüchternheit.

 

Auch Mutama, unser Torwächter, der Lena sehr mag und mich wie die Kinder mehrmals gefragt hatte, wann sie denn wieder komme, war nun eher verhalten und schüchtern. Doch seinen dunklen, strahlenden Augen konnte man genau ansehen, wie glücklich er nun war. Auch er nahm Lena in den Arm, begleitet vom Gekicher der Mädels, die im Halbkreis um sie herum standen. Das Wiedersehen war also wirklich herzlich. Erneut unser Standpunkt: Wir wollen hier nicht weg. Was folgte, war ein entspanntes Wochenende mit den Kids. Auch Anita schaute wieder zu Besuch vorbei. Wir plauderten ein wenig, zusammen mit Pamela, Rose und Fébronie. Gegen 17 Uhr musste sie dann aber wieder zurück ins Internat, zusammen mit Dorine begleitete ich sie ein kleines Stück. Aus allen Ecken und Straßen kamen plötzlich Mädchen, die dieselbe blau-weiße Uniform wie Anita trugen. Sie alle mussten nach dem freien Sonntag zurück. Dann verabschieden wir uns und sagen, dass wir per Mail in Kontakt bleiben würden – bis sie wieder ins Heim zu Besuch kommen kann.

 

Heute Morgen wollte ich auf Toilette gehen. Als ich die Tür schloss, erschrak ich ziemlich und öffnete die Tür auch gleich wieder. Grund: In der Ecke hatte ich eine Schlange zusammen gerollt und blitzte mich gerade an. Besonders schön, wenn man geistig noch etwas im Morgengrauen schwebt. Sie war silbrig-schwarz, anscheinend hatte sie gerade gegessen, denn in ihrer Mitte hatte sie eine ziemlich große Ausbeulung – etwa in der Größe eines Frosches oder einer Maus. Sie war zwar nur etwa 50 Zentimeter lang, dennoch musste ich sie nicht unbedingt haben. Ob sie giftig war oder nicht, konnten mir auch die Jungs nicht sagen. Samuel, unser Koch, der gerade vorbei schaute, holte schnell ein langes Stück Schlauch, drosch vier Mal auf die Schlange und die Sache war wieder erledigt. Draußen wurde das Exemplar dann gleich von den neugierigen kleinen Jungs begutachtet – wie sie eben so sind. Dann entfernte Samuel das tote Tier – wohin er die Schlange brachte, weiß ich allerdings nicht. Jedenfalls war ich ab dem Moment hellwach.

 

Es erreichten mich wieder sehr erfreuliche Mails. Das Minitraberrennen, auf das auch ich an dieser Stelle aufmerksam gemacht hatte, war ein großer Erfolg. Eine wirklich große Unterstützung für die burundikids. Ebenso erhielt ich wieder sehr interessierte Mails von Leuten, die sich engagieren möchten oder es bereits getan haben. Es spornt an, wenn man die kleinen, aber sehr feinen Erfolge sieht. Ich bin gespannt auf die Gala „Sommernachtsfrauen“, die ebenfalls für die burundikids ausgerichtet wird. Auch dort hoffe ich auf rege Unterstützung. Leider kann ich selbst nicht dabei sein.

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